Dass Krankenhausinfektionen die Gesundheitssysteme auf der ganzen Welt wirtschaftlich belasten, ist bekannt. Eine Studie aus dem Journal of Hospital Infection hat sich nun gezielt mit den Kosten von nosokomialen Infektionen in Schottland beschäftigt.

Eine sogenannte nosokomiale Infektion ist eine Infektion, die Patientinnen und Patienten im Rahmen einer medizinischen Behandlung erwerben. Zu den relevanten Einrichtungen zählen Krankenhäuser, Kliniken, ambulante Praxen oder auch Pflegeheime. Die genaue Definition für eine nosokomiale Infektion lautet gemäß der geltenden Literatur in Deutschland [1]: „Eine Infektion wird als nosokomial bezeichnet, wenn der Infektionstag frühestens Tag 3 des Krankenhausaufenthaltes ist.“

Eine Infektion wird als nosokomial bezeichnet, wenn der Infektionstag frühestens Tag 3 des Krankenhausaufenthaltes ist.

Nationales Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen

Auf Seite der Patientinnen und Patienten stellen nosokomiale Infektionen eine der häufigsten Komplikationen während einer Behandlung in einer Gesundheitseinrichtung dar und können schwerwiegende Folge haben. Im schlimmsten Fall droht sogar der Tod. Hinzu kommt die wirtschaftliche Last für das Gesundheitssystem. Mehrkosten für die einzelnen Einrichtungen entstehen beispielsweise durch die verlängerte Aufenthaltsdauer der zu behandelnden Personen.

nosokomiale Infektionen kosten

Auf Seite der Patientinnen und Patienten stellen nosokomiale Infektionen eine der häufigsten Komplikationen während einer Behandlung in einer Gesundheitseinrichtung dar und können schwerwiegende Folge haben. Im schlimmsten Fall droht sogar der Tod.

Hinzu kommt die wirtschaftliche Last für das Gesundheitssystem. Mehrkosten für die einzelnen Einrichtungen entstehen beispielsweise durch die verlängerte Aufenthaltsdauer der zu behandelnden Personen.

Nosokomiale Infektionen kosten dem schottischen Gesundheitssystem hohen Millionenbetrag

In einer aktuellen, umfassenden Studie sind Forscher der Glasgow Caledonian Universität dem Thema weiter „auf den Leim gegangen“ und haben untersucht, welche Kosten nosokomiale Infektionen konkret im schottischen Gesundheitssystem (National Health Service: NHS Scotland) verursachen. Die Wissenschaftler untersuchten dazu Daten aus den Jahren 2018 und 2019, die aus der übergeordneten ECONI-Studie (Evaluation of Cost of Nosocomial Infection) abgeleitet wurden.

Das erste interessante Ergebnis der Arbeit: In Schottland liegt die Inzidenz von nosokomialen Infektionen unter dem europäischen Durchschnitt: Bei unter 1%. So erleiden im gesamten Land pro Jahr etwa 7.500 Menschen eine nosokomiale Infektion.

Die häufigsten Infektionsarten in der Studie stellen Harnwegsinfektionen mit 1.628 Fällen und Blutstrominfektionen, die bei geschätzten 1.389 Patientinnen bzw. Patienten auftraten.

Und auch der Blick auf die Kosten, die durch das Auftreten von nosokomialen Infektionen entstehen, lohnt sich. So zeigt sich, dass der NHS Scotland jährlich etwa 54 Millionen Euro zusätzlich belastet wird. Umgerechnet in die Landeswährung sprechen wir von 46,4 Millionen britischen Pfund.

Studienleiterin Prof. Jacqui Reilley hebt die Bedeutung der Studie hervor: “Diese Studie bietet dem schottischen Gesundheitssystem die erste fundierte Einschätzung von nosokomialen Infektionen hinsichtlich der Häufigkeit, der Risiken und der Kosten.“

Die höchsten Kosten verursachen übrigens Pneumonien, die pro Fall mit über 15.000 € (13.024 £) zu Buche schlagen – gefolgt von den häufig auftretenden Blutstrominfektionen (10.500 €).

Händehygiene schützt vor Infektionen

Die Ergebnisse der schottischen Studie unterstreichen erneut die Bedeutung der Infektionsprävention, um einerseits das Patientenleid zu minimieren und andererseits die Gesundheitssysteme wirtschaftlich zu entlasten.

“Diese Studie bietet dem schottischen Gesundheitssystem die erste fundierte Einschätzung von nosokomialen Infektionen hinsichtlich der Häufigkeit, der Risiken und der Kosten.“

Studienleiterin Prof. Jacqui Reilley

Nationale und internationale Institutionen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind sich einig, dass die Händehygiene die wichtigste Einzelmaßnahme ist, um nosokomiale Infektionen effektiv zu vermeiden. Eine wichtige Aufgabe für die Zukunft liegt weiterhin darin, die bislang eher lückenhaft praktizierte Händedesinfektion in Krankenhäusern und Co. weiter zu verbessern.

Die vorgestellte Studie wurde in der aktuellen Ausgabe (August 2021) des Journal of Hospital Infection veröffentlicht und ist frei zugänglich.


Studie: Manoukian, S., et al. “Bed-days and costs associated with the inpatient burden of healthcare-associated infection in the UK.” Journal of Hospital Infection 114 (2021): 43-50.


Quellen:

[1] Nationales Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen, Robert Koch-Institut. Definitionen nosokomialer Infektionen für die Surveillance im Krankenhaus-InfektionsSurveillance-System (KISS-Definitionen), Berlin 2017

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